Der Sturm im Geist
Jesus bat dich zu frohlocken, wenn du seinetwegen verfolgt werden solltest. Hier ist, was er damit meinte: ICH habe dir gesagt, dass in deinem Geist eine Schlacht tobt. In dieser einseitigen Schlacht scheinst du gegen dich selbst zu kämpfen, aber du bekämpfst niemanden. Inwendig in dir ist ein Sturm aus Wut und Ärger und Verletzung und Furcht und Schuld, und es ist das Zusammenbrauen dieses Sturms, das die Schlacht zu sein scheint. Aber es ist keine Schlacht. Es ist nur ein Sturm. Und es ist ein Sturm mit beschränkter und in sich selbst aufgebauter Kraft. Wenn also dieser Sturm tobt und ihm keine Kraft mehr verliehen wird, muss er abflauen und Friede und Licht wird inwendig in dir herrschen. (ELSW Seite 135)
Alles, was wir ins Unbewusste verdrängt haben, taucht früher oder später wieder auf. Und dann werden wir von unseren verdrängten Gedanken wie von einem Sturm verfolgt. Möglicherweise von Sigmund Freud stammt die Formulierung: »Wir sind nicht Herr im eigenen Haus.« Das Unbewusste scheint viele unserer Gedanken und Handlungen zu bestimmen. Wenn wir wahre Vergebung üben, wird vieles aus dem Unbewussten freigelegt. Wahre Vergebung ist wie eine effiziente und beschleunigte Form der Psychoanalyse und der Therapeut heißt Heiliger Geist. Der Verfolger trägt den Namen Ego. Wenn wir während des Schlafs einen Verfolgungstraum erleben, ist das ein Zeichen, dass sich das Ego durch unsere Vergebungsarbeit bedroht fühlt. Auch wenn es unangenehm ist, ist es ein gutes Zeichen und wird folgenlos bleiben. Wenn der Sturm während der Wachphase aufbraust, sollten wir uns dem Heiligen Geist in uns zuwenden, den Geist ruhen lassen und wie eine leere Schale werden.
