Liebe
In Wirklichkeit gibt es nur einen WILLEN. Der WILLE aller Dinge ist LIEBE, und LIEBE ist der WILLE, unter welchem alle Dinge wirken. Denn dort, wo keine LIEBE ist, ist nichts, weil LIEBE alles ist, was es gibt. (ELSW Seite 117)
Wenn Liebe alles ist, was es gibt, muss sie direkt von unserer Nase liegen. Warum sehen wir sie nicht? Das Zitat sagt uns, wenn wir die Liebe nicht sehen, schauen wir auf nichts. Was ist dieses Nichts? Aus sich heraus lässt sich das Nichts nicht beschreiben. Andersherum ist Liebe die vollumfängliche Abwesenheit von Angst. Also muss Angst da sein, sonst könnten wir die Liebe sehen. Wir haben Angst vor dem einen Willen, denn er negiert unsere scheinbar autonome Individualität. Und weil der eine Wille Liebe ist, fürchten wir uns vor der Liebe. Andererseits sehnen wir uns nach nichts so sehr wie nach Liebe. An der Individualität festzuhalten ist folglich Selbstbetrug und befeuert den Konflikt in uns. Im Licht der Wahrheit ist Individualität nichts als Einbildung, eine winzig kleine Wahnidee.
