Wachsamkeit

29.01.2026

"Setze deine Wachsamkeit nur für Gott und Sein Reich ein", ist eine Anweisung aus dem Textbuch von Ein Kurs in Wundern. In ELSW auf Seite 58 und 59 sehen wir am Beispiel von Jesus, was der Hintergrund ist und wie wir das in unserem Alltag umsetzen können:

Die Geschichte der Geldwechsler im Tempel, in der Jesus gemäß Bibel außer sich gerät und Tische umwirft, erfährt hier eine Transformation von der Form zum Inhalt. Jesus gerät zwar innerlich in Aufruhr, bleibt aber gleichsam ruhig, weil er gegenüber seinen Gedanken wachsam ist.

"Im Tempel bemerkten die Apostel an diesem Tag eine Veränderung in Jesus, als er die Geldwechsler und Händler erblickte. Auf dem Weg zum Tempel hatte er mit den Aposteln gesprochen und mit ihnen gelacht, jetzt aber verharrte er ruhig und gelassen, als er das Geschehen dort erblickte.

'Meister', fragte ein Apostel, 'ist etwas nicht in Ordnung?'

Jesus gab ihm keine Antwort, verharrte aber ruhig, wachsam gegenüber Urteilen in seinem Geist. Er glaubte diesen Urteilen nicht und er reagierte nicht auf sie, aber er nahm sie wahr und ließ sie aus seinem Geist entweichen. Dann verließ er den Tempel, ohne ein Wort zu sagen. Die Apostel waren erstaunt, denn sie hatten von ihm erwartet, dass er beten und lehren würde."

Dieses Beispiel lässt sich auf verschiedene Situationen im eigenen Leben übertragen. Wenn wir denken, dass wir uns etwas gegenübersehen, was nicht richtig ist, sollten wir uns daran erinnern, zuerst einmal innezuhalten. Innere Aufruhr können wir lernen als Signal zu deuten, tief durchzuatmen, ruhig zu bleiben und erst die eigenen Urteile zu betrachten und infrage zu stellen. Sind meine Urteile gerechtfertigt? Weiß ich es tatsächlich besser? Sich Zeit zu nehmen, bevor wir reagieren, ist der erste Schritt, um innerlich wieder abzukühlen. Mit dem Abkühlen schwindet die Bedeutsamkeit der Urteile, wir brauchen nicht mehr darauf zu reagieren, können sie loslassen und uns wieder der Ruhe der inneren Führung zuwenden. In dieser Art und Weise funktioniert wahre Vergebung.

"Beobachte deine Gedanken. Sie scheinen manchmal trickreich zu sein, denn sie scheinen nur zu kommen, um dich zu täuschen und deines Zwecks zu berauben. Aber du brauchst nicht zu glauben, was du in deinem Geist vorfindest und du brauchst nicht zu glauben, was du mit deinen Augen siehst. Sei wachsam gegenüber Täuschung. Wenn du wachsam bist, wirst du sie an ihrem Namen erkennen. Ihr Name ist Angst."

Aufruhr ist immer ein Lebenszeichen des Ego. Das Ego scheint den Geistesfrieden zu sabotierten. Wenn ich nicht in Frieden bin, habe ich mich auf Ego-Gedanken eingelassen. Ego ist Täuschung. Aus ihm kommt alle Angst, denn es ist dessen scheinbare Quelle. Ich habe immer die Wahl, mich meines Zwecks zu erinnern, mich gegen das Ego zu entscheiden und ihm seinen Glauben zu entziehen. Und davor hat das Ego Angst. Wenn die Ego-Gedanken schwinden, schimmert die Liebe wieder hindurch. Die Wahl besteht am Ende immer zwischen der Liebe des Heiligen Geistes und der Angst des Ego. Und wohin ich meinen Glauben setzte, das werde ich erfahren. Die Liebe braucht keine Verteidigung, denn sie ist einfach. Ihr scheinbares Gegenteil braucht Verteidigung durch Glauben, um es wirklich erscheinen zu lassen. Mich gegen Täuschung nicht mehr zu wehren, lässt sie in sich zusammenfallen.

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